Das Ding mit dem Probenähen – Teil I

2017-08-11T08:00:41+00:00 11. August 2017|Kategorien: ...unterwegs, Probenähen|Tags: , , , |0 Kommentare

…aus meiner Sicht als Probenäherin. Ja, auch ich war und bin immer mal wieder eine

Immer wieder poppen bei Facebook diverse Aufrufe zum Probenähen auf. Auch in vielen Nähblogs war (und ist) es ein großes Thema. Probenähen hier, Probenähen dort. Es gibt sogar Facebook-Gruppen mit mehr als 1000 Mitgliedern, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen.

Anfangs habe ich dieses Thema total ignoriert und weggeklickt bzw. überlesen. Aber irgendwann hat es mich dann doch interessiert und ich wollte mehr wissen. Also habe ich als stille Beobachterin mitgelesen.

Das hat mich nach einer Weile nicht mehr „befriedigt“. Ich wollte mitten im Geschehen und ein Teil von diesem Treiben sein. Meine Neugierde war geweckt.

Banner der Facebook-Gruppe “Probenähen”  mit über 5.000 Mitgliedern

Also habe ich mir ein Herz gefasst und mich bei 2…3 Aufrufen beworben… und bin nicht genommen worden!

WAAASSS!!???

Ich war beleidigt; in meiner Ehre gekränkt. Nach einiger Zeit, als ich mich beruhigt und von dieser „Niederlage“ (ja, ich habe es als Niederlage empfunden) erholt hatte, begann mein Hirn zu rattern: Was habe ich falsche gemacht? Warum wurden andere genommen? Was machen diese anders/besser als ich?

Gut, der Grund einer Absage war rasch ausgemacht. Es sollte eine Jungenjeans genäht werden. Da ich mich fast ausschließlich mit Damenmodellen befasse, wäre die Kinderhose wahrscheinlich etwas untergegangen in meinen bisherigen Posts. 

Aber was war mit den anderen Bewerbungen? Ich fing an zu recherchieren. Ich schaute mir die Bewerbungsfotos und die Blogs von den Mädels an, die beim Probenähen dabei waren.

Einige der Gründe wurden recht schnell gefunden (um nur einige zu nennen):

– manche Mädels waren schon oft bei Probenäh-Aktionen dabei bzw sind „festes“ Mitglied im Nähteam,

– mehr als 500 Follower sind keine Seltenheit,

– mit sehr guten, fast schon professionell anmutenden Fotos werden die genähten Modelle präsentiert,

– die nährelevanten(!!) Blogs bestehen seit längerer Zeit (bei einigen Mädels seit Jahren) und sind wirklich schön gestaltet.

AHA! 

Vom Ehrgeiz gepackt, wartete, nein suchte ich direkt nach einem Probenähaufruf, dessen Modell zu mir passen sollte und bei dem ich meine neu gewonnenen Erkenntnisse anwenden wollte. Ich war vorbereitet! Einige Tage später poppte ein Probenäh-Aufruf auf: ein einfach zu nähendes T-Shirt. Diesmal hatte ich ein wirklich gutes Foto parat, der kurze Bewerbungstext war längst geschrieben, meine page wurde verlinkt (das hatte ich beim erfolglosen Mal völlig ignoriert).

Bingo! Ich war dabei! „Also- geht doch!“, dachte ich mir und musste innerlich über mich selber schmunzeln. 

Vom eigentlichen Probenähen war ich dann allerdings eher enttäuscht. War meine Wartungshaltung zu groß? 

Das Modell entpuppte sich als wenig ansprechend, die Kommunikation mit den anderen Nähmädels war nicht meine und die Schittdesignerin erst mal für ein paar Tage verreist. Irgendwie fühlte ich mich im falschen Film. Deshalb bin ich auch sehr still geblieben, habe nur brav mein Probe-Modell genäht mit mittelprächtigem Ergebnis. Meine Korrekturen am Schnitt (ein ebook war noch nicht vorhanden) habe ich mitgeteilt und bin dann ausgestiegen. 

 

Was war DAS? Dafür hatte ich mit Selbstzweifeln gekämpft, mir tagelang einen Kopf gemacht und meine Bewerbung vorbereitet als wenn ich mich auf eine Stelle im Vorstand bei… bei BURDA bewerbe. Naja, nicht ganz! Zwinker…

Ich war sooooo enttäuscht, wirklich!

Das sollten die begehrten Probenäh-Aktionen sein, um die sich so viele Mädels bewerben? Das kann es nicht gewesen sein, oder doch? Sollte ich nochmal einen Versuch…? Ach, lieber nicht. Ich war erst mal bedient. 

Munter nähte ich den nächsten Wochen und Monaten alles was mir so unter die Finger kam, ohne mir auch nur einen Gedanken an ein erneutes Probenähen zu machen. 

Bis zu jenem Tag, an dem PRÜLLA für ihre Julika fleißige Nähbienchen suchte. Da wollte ich dabei sein! Dem Blog von Danie verfolgte ich schon seit längerem und bin immer total begeistert von ihren super präsentierten Modellen. Mein „Jagdinstinkt“ war erneut geweckt. Ich kramte meine vorbereitete „Vorstandsbewebung“ wieder hervor… um sie zu verwerfen. 

 

Mit was ich mich dann tatsächlich in das Herz von Danie geschlichen habe, weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls war ich dabei, beim Probenähen für die Julika. Tschaka! Yeah, yeah, yeah!

Mit Danie lief dann alles wie geschnitten Brot oder auf bayrisch wie „gmade Wiesn“. Ein ebook war vorhanden, der Schnitt beinahe perfekt, die Kommunikation zwischen uns Mädels super und der Support von Danie professionell und dabei sehr angenehm. So kann ich arbeiten, so will ich arbeiten! 

 

Meine Posts vom Zwischenstand (fiese Teaser) bzw. Endergebnis (natürlich entsprechend aufbereitet) gingen ins www.

Und was soll ich sagen? Viele neue Follower, jede Menge positives feedback und einige nette Anfragen haben mir dieses eine Probenähen beschert. Ich war angekommen – angekommen in der großen weiten Welt der Näh-Community. Ich war versöhnt. 

Ein Hoch auf’s Probenähen! 

Während dieser Zeit meiner nicht so dollen aber auch sehr schönen Erfahrungen ist der Gedanke gereift, ein eigenes Schnittmuster zu kreieren. Im letzten Sommer hatte ich eine Bluse in meinem Blog gezeigt und immer wieder in Variationen für mich, aber auch für Kundinnen genäht. Anfragen nach dem Schnittmuster ließen nicht lange auf sich warten. Deshalb wollte ich mit dieser Bluse den Versuch starten, eigene Schnittmuster zu entwickeln. Das es so viele Stunden Arbeit mit sich bringt, bis das Schnittmuster endlich online geht, hätte ich damals nicht für möglich gehalten…

Zu Beginn musste ich erst mal eine Direktrice finden, die mir meine von Hand auf Papier gradierten Schnittmuster digital umsetzt und in weitere Größen (34-46) gradiert. Schon diese Suche gestaltete sich als nicht einfach. Viele Stunden der Recherche habe ich im www verbracht, bis ich endlich eine Direktrice gefunden hatte.

Jetzt musste „nur“ noch das ebook vorbereitet werden. 

Ich habe die Stunden nicht gezählt, aber es sind sicherlich 150 Stunden, bis das ebook tippi toppi fertig ist:

Eine Bluse musste ich nun von Anfang bis Ende nähen. Immer die Kamera dabei im Anschlag! Für jeden einzelnen Schritt habe ich unzählige Fotos geschossen, denn das ebook sollte an Hand der Fotos leicht verständlich sein. Das am Ende dann doch das eine oder andere Foto fehlt und durch Grafiken ersetzt werden muss, macht den Arbeitsaufwand nicht kleiner. Die Bluse hängt fertig am Bügel, alle Fotos sind im Kasten, aber noch nicht bearbeitet… Und das ebook? Noch laaaange nicht fertig. 

Eine optisch ansprechende Cover-Seite ist dann der Beginn. Die Entscheidung, welche der Fotos aufs Cover sollen, kann sich hin ziehen… Bei der Gestaltung und der textlichen Aufbereitung aller einzelnen Arbeitsschritte gehen dann noch viele Stunden am Rechner ins Land. Aber irgendwann ist der letzte Satz geschrieben, das letzte Foto bearbeitet. Und nun?

Der Sprung in die Öffentlichkeit mit der Idee! Der Aufruf zum Probenähen

Pfiadi

 

Neugierig wie es weiter geht? 

Dann hier entlang

Teil II – Das Ding mit dem Probenähen

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